| Bulldozer Inc. - Mobile Zerstörungsorgie | |
| 05.09.2006 | |
| Baggerfahren – der Wunsch eines jeden Jungen. Dieses Spiel lässt euch hinter dem Steuer eines gelben Ungetüms Platz nehmen. Ganz ehrlich, welcher Junge fühlte sich im Kindergarten nicht wie ein König, wenn er auf seinem gelben Plastikbagger den Spielplatz immer und immer wieder umgraben durfte? Handy-Games gibt Spielern die Chance, dieses Gefühl noch einmal zu erleben. Baustelle ist nun aber das Mobiltelefon - und anstatt brav Sand hin- und herzu schieben werden ganze Gebäude dem Erdboden gleich gemacht. Zerstören, aber mit System Die Story von Bulldozer Inc. ist relativ fix erklärt. Der Spieler ist Angestellter bei einem Abrissunternehmen und darf mit Hilfe eines riesigen Baggers verfallene Fabrikhallen plätten. Bevor jedoch die eigentliche Zerstörungsorgie beginnen kann, steht zunächst einmal die „Wahl der Waffe“ auf dem Programm. Der Spieler darf aus einem von drei Bulldozern wählen, die sich in Eigenschaften wie ihrer Zerstörungskraft unterscheiden. Aus einer Vogelperspektive wird das Ungetüm völlig frei mit Hilfe des Joysticks über das Einsatzgebiet manövriert. Natürlich steuert sich ein mehrere Tonnen schweres Baustellenungetüm anders als ein federleichter Rallye-Flitzer. Mit ein wenig Übung und Geduld gewöhnt man sich aber an das etwas träge und unpräzise Handling. Ein wenig Fingerspitzengefühl ist auch dringend nötig, darf man doch nur ganz bestimmte Gebäude niedermähen. Erwischt man das falsche Häuschen, gibt es nicht nur Mecker vom Chef, auch Punktekonto und Zeitlimit „freuen“ sich über ein dickes Minus. Da das Planieren von Gebäuden bekanntlich eine hohe Kunst ist, darf der Spieler zwischen zwei verschiedenen Abriss-Varianten wählen. Vorsichtige Gemüter postieren den Bulldozer direkt vor das Zielgebäude und schieben langsam und bedächtig drauf los. Nach ein paar Sekunden gibt der Beton nach und das Gebäude wird Planquadrat für Planquadrat geplättet. Manchmal muss es aber auch schnell gehen. In diesem Fall hilft nur die „Rambo-Methode“. Anlauf nehmen und voll durchheizen lautet die Devise. Bei einer solchen Aktion wird aber das Nachbargebäude oder gar der Bulldozer selbst in Mitleidenschaft gezogen – nur für Könner! Um das Plattmachen noch ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten, hat man die Baustellenszenarien mit jeder Menge Leben gefüllt. So warten zum Beispiel hochexplosive Zeitbomben in Form von Gastanks darauf, durch die geringste Bewegung in die Luft zu gehen oder sogar gezielt als Geschosse eingesetzt zu werden. Oft wuselt es auch noch vor Arbeitern - ein beherzter Schlag auf die Hupe sorgt für Platz. Technisch hinterlässt die Zerstörungsorgie ein nicht ganz einwandfreies Bild. Zwar sind sowohl die Bulldozer als auch die Baustellen liebevoll gestaltet und in herrlich dreckigen Brauntönen gehalten. Leider kommt der Titel aber bei heftigen Explosionen böse ins Stocken. Oft wird der Spielfluss für eine knappe Sekunde unterbrochen. Als einer der wenigen aktuellen Titel kann Bulldozer Inc. mit einer vollständigen akustischen Untermalung, auch während des eigentlichen Spiels, aufwarten – ein dickes Atmosphäreplus. Kinderträume werden (fast) wahr Alleine die Idee, eine solche Zerstörungsorgie auf das Mobiltelefon zu bringen, ist genial. Schon bei der Installation kann man es kaum abwarten, die ersten Gebäude dem Erdboden gleich zu machen. Auch die Umsetzung ist den Jungs bei Handy-Games gut gelungen. Abwechslungsreiche Szenarien und viele Gameplay-Elemente wie das Hupen oder der gezielte Abriss von ganz bestimmten Gebäuden lassen den Titel nie langweilig werden. Schade, dass es technisch nicht ganz geklappt hat und man immer wieder durch heftige Ruckler geplagt wird. Baggerfans lassen sich davon aber nicht stören – Helm aufsetzen und ab auf den Bau! | ![]() |
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