| Wolf Moon - Survival of the fittest | |
| 27.06.2006 | |
| Von einem Werwolf gebissen, im Wettlauf mit der Zeit. Rovios neuester Horror-Schocker im Test. Mit der Darkest-Fear-Serie haben die Programmierer von Rovio Mobile schon einmal eindrucksvoll bewiesen, dass sich anspruchsvolle Spielkonzepte inzwischen problemlos auch auf dem Handy umsetzen lassen. Auch ihr neuestes Projekt mit dem düsteren Namen „Wolf Moon“ möchte mehr sein als nur ein kurzweiliger Zeitvertreib für die nächste Busfahrt. Mit viel Atmosphäre und einem mutig innovativen Gameplay will der Titel den Spieler in seinen Bann ziehen. Es ist kurz vor Mitternacht, die hübsche Detektivin Janet Cain hetzt mit gezogener Waffe durch den düsteren Wald. Nur noch wenige Schritte, dann hat sie ihre Zielperson gefasst. Doch was ist das? Zwei rote Augen, eine riesige Bestie, ein Biss und der Beginn eines Grusel-Abenteuers. Ein Werwolf hat seine Beißer in Janet versenkt; ihr bleiben nur noch wenige Tage bis zum Vollmond. Die Jagd nach einem Heilmittel beginnt. Ähnlich wie in vielen Rollenspielen erkundet der Spieler eine riesige Abenteuer-Welt aus der Sicht der Heldin. In einer Ego-Perspektive kämpft er sich durch ein ausschweifendes Waldgebiet, inklusive morscher Holzhütten und geheimnisvoller Höhlen. Damit der Spieler in den sehr ähnlichen Waldabschnitten nicht die Orientierung verliert, steht ihm jederzeit eine Minimap zur Verfügung. Jeder Schritt kostet nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch Kraft. So muss die Detektivin nach längeren Wanderungen immer wieder Ruhepausen einlegen, um ihre Kräfte zu regenerieren. Wie bereits angedeutet ist die Zeit ein wichtiges Spielelement. Der Titel wartet mit einem echten Tag- Nachtzyklus auf. Nachts fallen Bewegungen schwerer, und auch der sonst so friedliche Spaziergang durch den Wald verwandelt sich in der Dunkelheit zum Spießrutenlauf. So muss sich Janet nicht nur mit dem panischen und äußerst aggressiven Landvolk sondern auch mit einer ganzen Bandbreite an behaarten Bestien herumschlagen. Die Kämpfe an sich laufen jedoch wenig spektakulär ab. Der Spieler wählt eine Waffe und wartet brav ab, bis der rundenbasierende Kampf zu Ende ist. Das zum Waffenarsenal auch eine Kettensäge gehört, sei nur beiläufig erwähnt... Das eigentliche Abenteuer spielt sich aber abseits der Kämpfe ab. So entlockt der Spieler Passanten neue Informationen, sammelt Gegenstände, um diese am passenden Ort zu verwenden und löst das ein oder andere kleine Rätsel. „Wolf Moon“ schafft es als erstes Handy-Spiel überhaupt, echtes Gänsehaut-Feeling zu erzeugen. Von Beginn an lässt einen die bedrückende Hintergrundmusik ganz tief abtauchen in den verwunschenen Wald. Auch die 3D-Optik kann sich sehen lassen, vor allem auf neueren Geräten. Klar, ein paar grob aufgelöste Pixel können nie vermieden werden. Dafür protzt die Umgebung nur so mit Details. Schade, dass das gesamte Geschehen einen Tick zu statisch verläuft. Gerade während der Kämpfe hätten ein paar Animationen noch einmal deutlich für Atmosphäre gesorgt. Grusel-Feeling Selten schafft es ein Handy-Titel, den Spieler so in seinen Bann zu ziehen wie Wolf Moon. Gerade wer mitten in der Nacht zum Mobiltelefon greift, wird mit einer bombastischen Atmosphäre, einer riesigen Spielwelt und einem gut durchdachten Gameplay belohnt. Wer Lust auf ein absolut einsteigerfreundliches Rollenspiel mit vielen Grusel- und Rätselmomenten hat, der wischt den Angstschweiß bei Seite und greift zu! | |
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