Anno 1602 - Auf zu neuen Ufern
31.05.2006

Ein Millionenseller läuft auf dem Handy ein. Müssen die knuffigen Townsmen um ihren Strategie-Thron zittern?


Wir schreiben das Jahr 1602. Die Königin hat uns auserkoren, ihr Königreich weiter auszubauen. Stationiert auf einer großen Hauptinsel erobert der Spieler rundenbasierend eine rohstoffreiche Insel nach der anderen und durchläuft so eine Karriere im Dienste ihrer Majestät. Genau wie das große PC-Vorbild von 1998 präsentiert sich auch die mobile Version von Anno 1602 als ein perfekt ausbalanciertes Strategiespiel, welches einen ganzen Sack verschiedener Gameplay-Elemente vereint. So übernimmt der Spieler nicht nur die Rolle des friedlichen Händlers und Bauherren, sondern muss auch immer wieder die Rüstung anlegen und in den Krieg ziehen. Ganz klar, dass der Ausbau eines Imperiums nicht im Rahmen einer halbstündigen Busfahrt zu realisieren ist. Aus diesem Grund bietet der Titel die Möglichkeit, das Spiel zu jedem beliebigen Zeitpunkt zu speichern.


Dank eines übersichtlichen und perfekt an das Mobiltelefon angepassten Interface geht das friedliche Inselspringen locker und angenehm zügig von der Hand. Mit nur wenigen Klicks entscheidet der Spieler, ob er das neu gewonnene Land zunächst mit einer Kaserne befestigen möchte oder sofort mit dem Abbau der wichtigen Rohstoffe beginnt. In beiden Fällen muss aber zunächst ein entsprechendes Gebäude errichtet werden. Ist der Spieler gut bei Kasse, überlässt er den Bau den virtuellen Handwerkern. Sitzen die Goldstücke nicht so locker, muss er selber ran. In Form eines witzigen Puzzle-Spiels kombiniert man passende Teile unter Zeitdruck zum fertigen Gebäude – innovativ und spaßig zugleich. Jede Insel besitzt nur einen bestimmten Rohstoff. Nur wer seine Inseln mit Bedacht wählt, sichert sich ein breites Spektrum an Rohstoffen und erspart sich kostspielige Handelsabkommen mit seinen Gegnern.
Von der Feder zum Schwert

Auch wenn das Südseeszenario noch so paradiesisch wirkt, beim harten Kampf um wertvolle Inseln verstehen die verschiedenen Königreiche keinen Spaß. So investiert der Spieler einen Großteil seiner Einnahmen am Ende jeder Runde in ein schlagkräftiges Heer, welches sowohl in der Verteidigung als auch in der Offensive eingesetzt werden kann. Mit insgesamt drei verschiedenen Truppentypen hält sich die militärische Vielfalt zwar in Grenzen, erfüllt aber dennoch ihren Zweck. Genau wie beim Bau von Gebäuden hat der Spieler die Möglichkeit, Gefechte gegen bare Münze automatisiert ablaufen zu lassen oder selbst in die Schlacht zu ziehen. In kleinen Actioneinlagen beharkt man mit Kriegsschiffen Hafenbefestigungen oder wehrt mit Kanonenschüssen Eindringlinge ab.



Technisch präsentiert sich der Titel vor allem im Strategiepart absolut sauber und detailverliebt. Genauso übersichtliche wie hübsch gestaltete Menüs und Buttons versüßen den Patrizier-Alltag. Die kräftigen Farben und minimalen Ladezeiten sprechen ebenfalls für den Titel. Einzig die mittelmäßige Optik der ein wenig plump wirkenden Action-Einlagen fällt aus dem Rahmen.

Strategie der Extraklasse
Und wieder findet ein PC-Hit in Form einer perfekt angepassten Umsetzung ein neues Zuhause auf dem Mobiltelefon. Schon nach den ersten zwei Inselsprüngen schlägt der Suchtfaktor voll zu. Das perfekt angepasste Interface und die für ein Strategiespiel kinderleichte Zugänglichkeit lassen Aufbau-Strategie-Fans frohlocken. Siedeln, Handeln und Kriegführen - hier stimmt einfach nahezu alles. Schade nur, dass wir auf einen Mehrspielermodus verzichten mussten. Das Spielprinzip hätte sich perfekt dafür angeboten.
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